Projekt Hochstädter Haus

"Nie entmutigt zu sein ist das Geheimnis meines Erfolges"

Ernest Hemingway

 

 Über die Kunstmeile zum Hochstädter Haus

 

          Mit dem Bau der eigenen Umleitung, deklariert als „Kunstmeile“, hat Hochstädten sich in

          seiner jüngeren Geschichte ein eigenes Denkmal gesetzt und einen bundesweiten

          Bekanntheitsgrad erzielt. Aus dem Protest gegen die Vollsperrung     entstand eine

          Bürgerinitiative, die „pro und nicht contra war“, wie es bei der Bürgerversammlung hieß.

          Eine  Bürgerinitiative wurde ins Leben gerufen und die Idee zum Eigenbau und zur

          Finanzierung eines befahrbaren Friedensdenkmals als „Kunstwerk“, nach dem dritten Absatz

          des fünften Artikels des Grundgesetzes - Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre sind

          frei – umgesetzt. Nach vierwöchiger, professioneller Arbeit an der 220 m langen Strecke

          konnte der Startschuss für das originelle Projekt „Unsere eigene Umgehung“ gegeben

          werden. Das    rote Kassenhäuschen diente als Kommunikations-zentrum, Treffpunkt für

          Geselligkeit und als „Bürgerhäuschen“. Der Schulterschluss der Bürger war überall spürbar.

          Bald machte das erfolgreiche Projekt Hochstädten in Presse, Funk und Fernsehen als einen

          besonderen Stadtteil Bensheims bundesweit bekannt. Am Ende hatten die Hochstädter für

          eine scheinbar unlösbare Situation nicht nur eine einzigartige und kreative Lösung errungen,

          sondern zusätzlich auch finanziell einen Gewinn erwirtschaftet.

         Weitere Info`s zu dieser Geschichte

 

          Das rote „Bürgerhäuschen“ war zum Wahrzeichen der Kunstmeile geworden. An diesem

          Symbol    wollte    man    festhalten    und    damit    an    die    Realisierung    eines     eigenen

          Dorfgemeinschaftshauses erinnern. Via Internetabstimmung entschied sich die Mehrheit für

          den Kauf eines alten Bauwagens, um die Bürgerhausidee zu symbolisieren. Im Juli 2012

          machten sich drei Hochstädter auf den Weg, um den ersteigerten Anhänger von Potsdam

          über die Landstraßen nach Hochstädten zu holen. Mit Hilfe von Elementen des QR-Codes

          der Hochstädter Homepage erhielt der Bauwagen in tagelanger Arbeit ein originelles

          Erscheinungsbild und erhielt den Namen „Mobiles Dorfgemeinschaftshaus“, kurz „MoDog“.

          Während seiner Jungfernfahrt beim Winzerfest im August 2012 sandten die Hochstädter mit

          dem MoDog ein eindeutiges Signal an die Stadt Bensheim: Die Kultur des Miteinanders

          hat in Hochstädten bestens geklappt. Die Tradition des „wieder Aufstehens“ wird

          weiter verfolgt und neue Wege werden beschritten.

         Weitere Info`s zu dieser Geschichte

 

          Eine Zukunftswerkstatt wurde ins Leben gerufen, nicht um gegen etwas zu votieren, sondern

          um etwas zu erreichen und den Blick nach vorne zu richten. Man suchte nach realisierbaren

          Alternativen zu einem Neubau. Eine frühere Idee des Fördervereins aus den Jahren 2008/09

          wurde wieder aufgegriffen: Der Erhalt des alten Kantinengebäudes auf dem Marmorit-

          Gelände. Bereits damals brachte man Entwürfe auf den Weg, das einzig verbliebene

          Gebäude auf dem Areal als Museum und Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter des 2.

          Weltkrieges zu nutzen. Jetzt entschied man sich diese Pläne für Hochstädten zu

          konkretisieren     und     realisieren:     Die     Umgestaltung   der     alten     Kantine    zum

          Dorfgemeinschaftshaus.


 

 

 

 

   

von Reinhold Schön

 

von Wilhelm Gröhn 

Zwei interessante Wandbilder im Verwaltungs- und Kantinengebäude des Marmorit-Werkes, beide wohl in den fünfziger Jahren des 20. Jhs. entstanden. Das eine befindet sich an der westlichen Stirnwand des Kantinenraums und zeigt in zeichenhaften Umrisslinien und bei sparsamer Verwendung von Farbe eine Bergarbeiterszene. Vor einer schematisch angedeutenden Industriekulisse sind fünf Arbeiter auf dem Weg zu einem Stolleneingang und werden von zwei Kindern beobachtet. Die Personen lassen sich identifizieren, u.a. ist das Mädchen die Tochter des ehemaligen Bergwerkseigentümers. Der Schöpfer des Wandbildes, der Maler Reinhold Schön (Frankfurt/Offenbach), knüpft dabei stilistisch an die Malerei des sozialistischen Realismus an, wie er in den zwanziger Jahren entwickelt wurde. Das zweite Gemälde an der Südwand wurde von Gustav Gulde, einen Klassenkameraden von Dr. Karl Linck aus Bensheimer Gymnasialzeiten,ausgeführt. Es zeigt in expressionistischer Manier eine Frau mit drei Kindern vor einer Baustelle mit Krähnen. Obwohl sie vom Typus eher an eine Muttergottes erinnert, wird in der Frau die hl. Barbara gesehen, die als Schutzheilige der Bergleute verehrt wird. Beide Bilder sind von künstlerischem Interesse, vor allem zeugt das große Wandgemälde sowohl technisch (Marmorit-Kratzputz) als auch graphisch von einem gewissen Niveau. Sie sind darüber hinaus von besonderem ortsgeschichtlichen Wert, da sie auf die alte Bergwerkstradition Hochstädtens, den Marmorabbau, verweisen, den es heute nicht mehr gibt, der aber bis in die fünziger Jahre des 20. Jhs. noch ausgeübt wurde.

Bilder und Text aus: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/


       

          Aus dem Rohbau mit den denkmalgeschützten Kratzputzbildern an den Innenwänden

          möchte der Förderverein mit Hilfe von Sponsoren, Eigenengagement der Bürger und der

          Stadt Bensheim ihre Idee, das „Hochstädter Haus“, in die Tat umsetzen. Die „Straße des

          Friedens“    als    befahrbares    Kunstwerk    hat    in    der    Vergangenheit     gezeigt,     dass

          bürgerschaftliches Engagement häufig mehr erreichen kann, als streng reglementiertes

          Handeln öffentlicher Verwaltungen. „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die

          Segel anders setzen“. Nach diesem Motto des Philosophen Aristoteles nehmen die

          Hochstädter das Projekt „mit Herz und Verstand in die Hand“ und bringen es auf den Weg,

          denn die Vergangenheit hat es gezeigt:

 

 Wir sind keine Wutbürger, sondern Mutbürger!

Projekt Tel.: 06251 - 9889976